Ausgehend von meinem Forschungsprojekt für meine Dissertation beschäftigt mich das Thema der Künstlichen Intelligenz. Damals habe ich untersucht, inwieweit Assistenzsysteme begleitende Kommunikation unterstützen können, die Frauen und Mädchen mit Bulimie während eines therapeutisch einsetzbaren Selbstlernprogramms mit einer professionell geschulten Person führen. Die Fragestellung stammt aus seiner Zeit, in der die generative KI, wie sie heute der allgemeinen Bevölkerung zur Verfügung steht, noch nicht am Markt war. Ich habe in den Jahren 2006 bis 2021 also Pionierarbeit geleistet. Eine wesentliche Erkenntnis, zu der ich damals gelangt bin, ist, dass die Menschlichkeit während der Kommunikation erhalten bleiben muss. Daraus hat sich die Frage abgeleitet, worin Menschlichkeit denn eigentlich bestünde, und wie sich der Mensch von der Maschine unterschiede. Grundlagenforscher_innen der computertechnologisch vermittelten Kommunikation sprachen von der Maschine fehlendem Weltverständnis. Mir sind mittlerweile das Mitgefühl, die Intuition und vor allen Dingen die Telepathie zum Maß geworden. Ich bin weder Befürworterin noch Kritikerin dieser modernen Technologie. Bei allen Rufen zu Vorsicht, der dringenden Notwendigkeit ethische Grundlagen einzuführen und der Angst vor zunehmender Arbeitslosigkeit, könnte der Mensch die durch die Künstliche Intelligenz frei werdende Zeit als Geschenk betrachten und dazu nützen, seine menschlichen Fähigkeiten weiter zu entwickeln. Darauf richtet sich mittlerweile mein Fokus.